Der Chef geht. Zur Konkurrenz, in die Zentrale nach München, in die Elternzeit oder in ein anderes Team drei Stockwerke höher. Und jetzt steht die Frage im Raum, die in jeder Abteilung gleich klingt: Was schenken wir ihm zum Abschied, und wer kümmert sich?
Diese Seite ist für genau diesen Fall gedacht. Für den Ruhestand gibt es einen eigenen Ratgeber mit Geschenkideen zum Ruhestand des Chefs. Hier geht es um den Abschied, bei dem der Chef weiterarbeitet, nur eben woanders. Das ändert einiges: Der Humor darf anders sein, das Budget ist meist kleiner, und das Geschenk sollte in einen Umzugskarton passen.
Kurz gesagt
Beim Jobwechsel des Chefs funktioniert am besten ein persönliches Geschenk, das die gemeinsame Zeit festhält, plus eine Karte, in der jeder aus dem Team einen eigenen Satz schreibt. Das Budget liegt bei den meisten Teams zwischen 10 und 25 Euro pro Person. Übergeben wird am letzten Tag, vor den Kollegen, mit einer Rede von höchstens drei Minuten.
Welcher Abschied ist es? Jobwechsel, Versetzung, Elternzeit oder Ruhestand
Der Anlass entscheidet über das Geschenk, und zwar stärker als der Geschmack des Chefs. Wer die Firma verlässt, bekommt etwas, das nach Erinnerung aussieht. Wer nur die Abteilung wechselt, sieht dich nächste Woche in der Kantine wieder, da wäre ein tränenreiches Erinnerungsalbum seltsam. Wer in Elternzeit geht, kommt zurück, und das Geschenk darf sich auf das Kind beziehen, nicht auf die Firma.
Beim Ruhestand ist alles anders: größeres Budget, größere Feier, die Familie ist oft dabei. Dafür gibt es den Ratgeber mit 30 Geschenkideen, wenn der Chef in Rente geht, dort stehen auch die Preisrahmen und die Luxus-Varianten. Die vier Fälle im Überblick:
- Jobwechsel zu einem anderen Arbeitgeber: Erinnerungsgeschenk, gern mit Bezug zum neuen Job.
- Versetzung oder interner Wechsel: klein, witzig, praktisch. Kein großes Abschiedsgeschenk, ihr seht euch weiter.
- Elternzeit: Geschenk fürs Kind oder für die ersten Wochen zu Hause, das Team bleibt im Hintergrund.
- Ruhestand: das große Abschiedsgeschenk mit Feier, Rede und oft einem Lied.
Abschiedsgeschenk für den Chef beim Jobwechsel
Der Jobwechsel ist der Normalfall, und er hat eine Eigenheit: Der Chef nimmt das Geschenk mit in ein neues Büro, in dem niemand weiß, wer ihr seid. Ein Geschenk, das dort auf dem Schreibtisch steht und eine Frage auslöst, ist deshalb das beste Geschenk. Der neue Kollege fragt, was das für ein Bild ist, und euer Ex-Chef erzählt eine Geschichte von euch. Genau so bleibt ein Team in Erinnerung.
Bewährt hat sich ein gerahmtes Teamfoto, für das ihr euch eine Pose ausdenkt, statt das Bild vom letzten Betriebsausflug zu nehmen. Das ganze Team in der Pose, die er immer bei Präsentationen einnimmt. Oder alle mit seiner Lieblingskaffeetasse in der Hand. Solche Fotos kosten nichts außer zwanzig Minuten Vorbereitung. Ebenfalls gut: ein Buch, das zum neuen Job passt, mit einer Widmung auf der ersten Seite, die jeder aus dem Team unterschreibt. Wer mehr Budget hat, greift zu einem Schreibset aus Leder mit Gravur (Werbung), das im neuen Büro sofort in Gebrauch ist.
Was beim Jobwechsel nicht funktioniert: Geschenke, die die alte Firma feiern. Ein Pokal mit Firmenlogo landet im Keller. Der Chef hat sich für etwas Neues entschieden, das Geschenk sollte das respektieren.
Persönliches Abschiedsgeschenk für den Chef
Persönlich heißt hier: Es gibt dieses Geschenk nur einmal, und es gibt es nur für ihn. Das schließt alles aus, was du in zehn Minuten online bestellen kannst, und es schließt alles ein, was Zeit kostet. Drei Formen haben sich in der Praxis durchgesetzt.
Das Erinnerungsbuch. Jeder aus dem Team bekommt eine Doppelseite und füllt sie mit einer Anekdote, einem Foto oder einem Satz, den der Chef ständig gesagt hat. Gebunden über einen Fotobuch-Dienst, fertig in fünf Werktagen. Der Aufwand liegt beim Team, nicht beim Organisator, und das Ergebnis ist ein Buch, das der Chef noch in zwanzig Jahren aus dem Regal zieht.
Das Lied. Ein bekannter Song, umgedichtet auf den Chef, vom Team gesungen oder von einem Kollegen mit Gitarre. Das Team lacht, der Chef ist gerührt, und das Video davon kursiert wochenlang. Fertige Umdichtungen und eine Anleitung stehen unter Lied zum Abschied und zum Ruhestand. Wer keine Zeit zum Dichten hat, kann sich ein eigenes Lied schreiben lassen, ich mache das als Liedermacher auch für Teams und Firmen.
Die Rede. Sie ist das Geschenk, das nichts kostet und am längsten nachwirkt, wenn sie gut ist. Kurz, konkret, mit einer Geschichte. Wie das geht, steht in der Anleitung zur Abschiedsrede, die Regeln gelten beim Jobwechsel genauso.
Hochwertiges Geschenk für den Chef: was das Team gemeinsam stemmen kann
Ab etwa 150 Euro Teamkasse wird ein hochwertiges Einzelgeschenk möglich. Die Regel dabei: Es muss etwas sein, das er sich selbst nicht kaufen würde, obwohl er es sich leisten könnte. Ein guter Füllfederhalter erfüllt das fast immer, ein Gutschein nie.
Bewährte Kandidaten sind ein Füllfederhalter mit Gravur (Werbung), eine Ledertasche für den neuen Arbeitsweg (Werbung), ein Whisky-Set mit Gläsern (Werbung) für den Genießer oder eine Espressomaschine fürs neue Büro, wenn ihr wisst, dass dort keine steht. Bei Uhren und Schmuck rate ich ab, das ist Geschmackssache und geht zu oft daneben.
Geschenk vom Team: Budget, Sammlung und Übergabe
Die meisten Abschiedsgeschenke scheitern an der Sammlung, die Idee war meistens gut. Deshalb ein Ablauf, der funktioniert. Eine Person organisiert, nicht drei. Sie legt den Betrag pro Kopf fest, 10 bis 25 Euro sind üblich, und sammelt digital ein, per Bezahl-App oder Überweisung, mit einer festen Frist. Wer nicht zahlt, wird einmal freundlich erinnert und dann nicht mehr. Das Geschenk wird trotzdem im Namen des ganzen Teams überreicht.
Die Übergabe gehört an den letzten Arbeitstag, am besten vormittags, wenn alle da sind und noch niemand auf dem Sprung ist. Ein Kollege spricht zwei Minuten, dann kommt das Geschenk, dann die Karte. Wer das Ganze auf eine kleine Feier ausdehnen will, findet die Programmpunkte unter Spiele und Aktionen zum Abschied, die meisten davon passen auch für den Jobwechsel. Der Chef selbst schenkt übrigens getrennt vom Team, dafür gibt es den Ratgeber zum Abschiedsgeschenk für Mitarbeiter und Mitarbeiterin.
Abschiedsgeschenk für die Chefin
Für die Chefin gilt alles von oben, mit einer Ergänzung: Die Klischee-Falle ist größer. Blumen, Pralinen und Wellness-Gutschein werden reflexartig vorgeschlagen und sind fast immer falsch, weil sie nichts mit ihr zu tun haben. Frag dich, worüber sie in der Kaffeepause redet. Über ihren Garten, ihr Rennrad, ihre Kochkurse, ihren Hund. Dort liegt das Geschenk.
Wenn das Team sie kaum privat kennt, funktioniert eine Variante zuverlässig: ein Buch aus ihrem Fachgebiet, das gerade erschienen ist, mit einer Widmung von allen. Und die Karte, in der jede Kollegin und jeder Kollege einen konkreten Satz schreibt, kein „Alles Gute“, sondern „Danke, dass du mich im März nicht hast untergehen lassen“. Solche Sätze liest sie noch Jahre später.
Wenn du den Vorgesetzten kaum kennst
Der Bereichsleiter geht, und du hast in drei Jahren vielleicht fünfmal mit ihm gesprochen. Trotzdem kommt die Sammelmail. In diesem Fall ist Zurückhaltung die richtige Wahl: Zahl den Betrag ein, schreib einen sachlichen Satz in die Karte und lass die persönlichen Anekdoten denen, die welche haben. Ein erfundenes „Wir werden dich vermissen“ fällt bei der Übergabe auf. „Danke für die klare Linie in der Umstrukturierung“ ist ehrlich und reicht.
Der Text für die Karte
Die Karte wird häufiger aufgehoben als das Geschenk. Drei Muster, die du direkt anpassen kannst:
- Für den Chef, der die Firma wechselt: „Vier Jahre, drei Umzüge, zwei Softwarewechsel und ein Team, das du zusammengehalten hast. Viel Erfolg da drüben, und wenn es dort keinen guten Kaffee gibt, weißt du, wo wir sitzen.“
- Für die Versetzung: „Zwei Etagen höher, aber derselbe Kaffeeautomat. Wir sehen uns dort, spätestens Montag.“
- Für die Elternzeit: „Das Team hier kommt klar, das Team zu Hause braucht dich mehr. Komm ausgeschlafen zurück, oder wenigstens zurück.“
Weitere Formulierungen, auch für den Ruhestand und für die Gruppenkarte, stehen unter Text für die Karte zum Abschied und Ruhestand.
Was du besser nicht schenkst
Bargeld, egal in welcher Verpackung. Alkohol, wenn du nicht sicher weißt, dass er getrunken wird. Alles mit Firmenlogo, das gehört zur Firma, die er verlässt. Scherzartikel über Chefs im Allgemeinen, die vom Grabbeltisch stammen. Und nichts, was die Konkurrenz oder den neuen Arbeitgeber schlecht macht, auch nicht als Witz. Der Chef geht in gutem Einvernehmen, und das Geschenk sollte das bestätigen.
Ist es kein Abschied, sondern ein rundes Jubiläum im Betrieb, etwa das Firmenjubiläum des Chefs oder 25 Jahre im Unternehmen, passen andere Ideen. Sie stehen unter Geschenk zum Dienstjubiläum.
Häufige Fragen
Was schenkt man dem Chef zum Abschied?
Etwas Persönliches, das die gemeinsame Zeit festhält: ein Erinnerungsbuch vom Team, ein inszeniertes Teamfoto im Rahmen oder ein hochwertiges Schreibgerät mit Gravur. Dazu immer eine Karte mit einem eigenen Satz von jedem.
Wie viel gibt man für ein Abschiedsgeschenk für den Chef aus?
Pro Person 10 bis 25 Euro sind üblich. Bei einem Team von zehn Leuten ergibt das 100 bis 250 Euro, genug für ein hochwertiges Einzelgeschenk plus Karte.
Was schenkt man einem Chef, der die Firma wechselt?
Etwas, das im neuen Büro Platz findet und dort eine Geschichte auslöst: ein Foto, ein Buch mit Widmung, ein Schreibset. Kein Geschenk mit altem Firmenlogo.
Wer überreicht das Abschiedsgeschenk?
Die Person, die ihn am längsten kennt oder am engsten mit ihm gearbeitet hat. Der Stellvertreter ist die naheliegende Wahl, muss aber nicht sein.
Ist ein Gutschein ein gutes Abschiedsgeschenk für den Chef?
Nur als Beigabe. Als Hauptgeschenk wirkt er wie eine Verlegenheitslösung, und genau so kommt er an.
Weitere Ratgeber
- Abschiedsgeschenk für Mitarbeiter: wenn du selbst der Chef bist und schenkst.
- Geschenke zum Ruhestand für den Chef: wenn es doch die Rente ist.
- Abschiedsgeschenk für den Kollegen: Ideen nach Verhältnis sortiert.
- Abschiedsrede: Aufbau und drei Musterreden.
- Lied zum Abschied: Umdichtungen und ein eigenes Lied.
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