Abschiedsgeschenk für Mitarbeiter und Mitarbeiterin: Ideen vom Chef für Jobwechsel, Ruhestand und Elternzeit

Diesmal bist du der Chef, und einer deiner Leute geht. Zur Konkurrenz, in Elternzeit, in Rente, oder einfach weiter. Das Team sammelt ohnehin, aber von dir wird etwas Eigenes erwartet, und zwar etwas, das weder nach Personalabteilung noch nach Kumpel aussieht. Genau dieser schmale Grat ist das Thema dieser Seite.

Hier stehen Ideen für das Abschiedsgeschenk vom Chef an Mitarbeiter und Mitarbeiterin, sortiert nach Anlass, mit dem, was ein Vorgesetzter schenken darf und was er lieber lässt, dem Unterschied zum Teamgeschenk und den drei Dingen, die nichts kosten und trotzdem am längsten bleiben. Für den umgekehrten Fall, wenn das Team dem Chef etwas schenkt, gibt es den Ratgeber zum Abschiedsgeschenk für den Chef.

Kurz gesagt

Das Abschiedsgeschenk vom Chef ist kleiner als das vom Team und persönlicher: ein handgeschriebener Brief, ein Buch mit Widmung oder ein Gegenstand, der an ein gemeinsames Projekt erinnert. Preisrahmen 30 bis 80 Euro. Übergeben wird unter vier Augen oder mit einem Satz vor dem Team, aber nie als Sammelgeschenk getarnt.

Welcher Abschied: Jobwechsel, Ruhestand, Elternzeit oder Kündigung

Der Anlass entscheidet über Ton und Größe. Beim Jobwechsel zu einem anderen Arbeitgeber darf das Geschenk zeigen, dass du den Schritt respektierst, auch wenn er dir nicht gefällt. Beim Ruhestand ist der Chef oft der offizielle Redner, da gehört zum Geschenk eine Rede, und das Budget liegt höher. Bei der Elternzeit kommt die Person zurück, das Geschenk gilt dem Kind oder den ersten Wochen zu Hause. Und bei einer Kündigung durch die Firma ist Zurückhaltung die richtige Form: ein ehrlicher Brief, kein Präsent, das wie ein Trostpflaster wirkt.

Für den Ruhestand gibt es eigene Ratgeber, nach Beziehung sortiert: Abschiedsgeschenk für den Kollegen, für die Kollegin und die Übersicht aller Geschenke zum Ruhestand. Die Ideen dort passen auch, wenn der Chef schenkt, nur das Budget und die Übergabe ändern sich.

Was ein Chef schenken darf, und was nicht

Ein Geschenk vom Vorgesetzten hat eine andere Fallhöhe als eines vom Kollegen. Zu teuer, und es wirkt wie ein Abwerbeversuch in letzter Minute oder wie schlechtes Gewissen. Zu billig, und es sieht nach Pflichtübung aus. Der Rahmen, der sich bewährt hat: 30 bis 80 Euro bei Jobwechsel und Elternzeit, bis 150 Euro beim Ruhestand nach langer Betriebszugehörigkeit. Was darüber liegt, gehört ins Teamgeschenk oder in die offizielle Anerkennung durch die Firma.

Zwei Dinge sind tabu: alles, was nach Vorteil für die Firma aussieht (Gutscheine für den eigenen Shop, Werbeartikel), und alles, was zu privat ist (Parfüm, Kleidung, Schmuck). Beim Thema Steuer gilt für Sachgeschenke aus persönlichem Anlass eine Grenze, derzeit 60 Euro brutto, bis zu der sie als Aufmerksamkeit durchgehen. Ob ein Abschied als persönlicher Anlass zählt, handhaben Finanzämter unterschiedlich. Wer sicher gehen will, fragt kurz die Buchhaltung oder zahlt das Geschenk privat, dann ist es ohnehin kein Firmenvorgang.

Abschiedsgeschenk für Mitarbeiter beim Jobwechsel

Der Mitarbeiter nimmt das Geschenk mit in eine Firma, in der dich niemand kennt. Deshalb funktioniert am besten etwas, das an ein konkretes gemeinsames Projekt erinnert: der gerahmte Plan der ersten Baustelle, die ihr zusammen gestemmt habt, die Titelseite des Katalogs, den er betreut hat, ein Foto vom Tag der Produkteinführung. Solche Dinge kosten einen Rahmen und sagen mehr als jedes Schreibset.

Wer lieber etwas Nutzbares schenkt, nimmt etwas für den neuen Weg: ein gutes Notizbuch aus Leder mit einer Widmung auf der ersten Seite, einen Kugelschreiber mit Gravur (Werbung) oder ein Fachbuch, das zum neuen Job passt. Die Widmung ist dabei das eigentliche Geschenk. Zwei Sätze reichen: einer über die gemeinsame Zeit, einer über die Zukunft.

Abschiedsgeschenk für die Mitarbeiterin

Die Regeln sind dieselben, die Klischee-Falle ist größer. Blumen und Pralinen vom Chef sind der Reflex, den jede Mitarbeiterin schon zehnmal bekommen hat. Besser ist ein Geschenk, das zeigt, dass du weißt, woran sie gearbeitet hat und was sie gut konnte. Die Projektleiterin, die drei Jahre lang die Messe organisiert hat, bekommt das gerahmte Messefoto mit dem Satz „Ohne dich hätte der Stand nie gestanden“. Die Entwicklerin bekommt das Buch, über das sie in jedem Meeting geredet hat.

Wenn du sie privat kaum kennst, bleibt der sichere Weg: ein Gutschein für etwas Erlebbares in ihrer Stadt (Konzert, Kochkurs, Lesung), nie für ein Kaufhaus, plus ein Brief. Und wenn sie in Elternzeit geht: ein Geschenk für das Kind, das in einem Jahr noch passt, etwa ein Bilderbuch-Klassiker (Werbung) mit Widmung, dazu der Satz, dass ihr Platz frei bleibt.

Wenn der Mitarbeiter in Rente geht: das Geschenk vom Chef

Beim Ruhestand bist du als Chef meistens der, der die Rede hält, und das Geschenk vom Team überreicht ein Kollege. Dein eigenes Geschenk darf deshalb klein sein, muss aber persönlich sein. Bewährt hat sich ein Brief, in dem du drei konkrete Dinge nennst, die diese Person für die Firma getan hat, mit Jahreszahlen. Das klingt nüchtern und ist das Gegenteil: Kaum jemand bekommt am Ende seines Berufslebens eine ehrliche Bilanz von jemandem, der sie beurteilen kann.

Als Beigabe passt ein Gegenstand aus der Firma, der ihm gehört hat, ohne dass er es wusste: das erste Werkzeug, das er benutzt hat, sein Namensschild vom ersten Tag, der Stempel, mit dem er zwanzig Jahre lang abgezeichnet hat, auf einem kleinen Sockel. Wie die Rede dazu aufgebaut wird, steht unter Abschiedsrede zum Ruhestand, dort gibt es auch Musterreden zum Anpassen.

Drei Geschenke, die nichts kosten und am längsten bleiben

Der Brief. Handgeschrieben, eine Seite, mit Datum. Drei Dinge, die die Person gut gemacht hat, ein Dank, ein Wunsch. Keine Floskeln, keine Zeugnissprache. Dieser Brief liegt noch in zwanzig Jahren in einer Schublade, das Schreibset nicht.

Die Rede vor dem Team. Zwei Minuten, eine konkrete Geschichte, dann der Dank. Wer das vor versammelter Mannschaft tut, schenkt der Person etwas, das sie allein nie bekommen würde: öffentliche Anerkennung durch den Vorgesetzten.

Das Lied, wenn du es dir zutraust oder jemanden hast, der es kann. Ein bekanntes Lied, auf den Mitarbeiter umgedichtet, vom Chef angestimmt und vom Team gesungen, ist der Programmpunkt, über den noch Jahre später geredet wird. Fertige Texte stehen unter Lied zum Ruhestand und zum Abschied.

Witzige Mitarbeitergeschenke: wann Humor vom Chef funktioniert

Humor vom Vorgesetzten funktioniert, wenn er im Alltag schon da war. Wer im Meeting nie gelacht hat, sollte beim Abschied nicht damit anfangen, das wirkt bemüht. Wenn der Ton im Team locker war, geht ein witziges Geschenk als Beigabe, nie als Hauptgeschenk vom Chef. Bewährt: ein Rahmen mit dem berühmtesten Tippfehler aus seinen Mails, die Trophäe für den längsten Kaffeeweg des Unternehmens, ein Becher mit Insider-Spruch (Werbung), den nur das Team versteht. Der Witz zielt auf gemeinsame Erlebnisse, nie auf die Person oder ihre Leistung. Mehr Humor-Ideen für den Ruhestand stehen unter lustige Geschenke zum Ruhestand.

Die Übergabe: unter vier Augen oder vor dem Team

Das Geschenk vom Chef wird nicht mit dem Teamgeschenk vermischt. Entweder du übergibst es unter vier Augen, am letzten Tag, mit dem Brief, oder du sprichst vor dem Team zwei Sätze und reichst es dann über. Beides funktioniert, der Unterschied liegt in der Person: Wer ungern im Mittelpunkt steht, bekommt es im Büro. Wer die Bühne mag, bekommt sie.

Was nicht funktioniert: das Geschenk per Post nachschicken, es der Assistenz mitgeben oder es in den Umschlag mit dem Zeugnis legen. Der Mitarbeiter merkt den Unterschied zwischen einem Geschenk und einem Vorgang.

Die Karte vom Chef

Wer keinen ganzen Brief schreiben will, schreibt eine Karte mit drei Sätzen nach demselben Muster: Rückblick, Dank, Wunsch. Ein Beispiel für den Jobwechsel: „Vier Jahre, zwei Systemumstellungen, ein Projekt, das ohne Sie gescheitert wäre. Danke für die Ruhe, wenn alle anderen keine hatten. Viel Erfolg da drüben, und wenn es nicht passt, ist die Tür hier nicht zu.“ Weitere Formulierungen, auch für den Ruhestand, stehen unter Text für die Karte zum Ruhestand und Abschied.

Feiert jemand aus dem Team keinen Abschied, sondern ein Dienstjubiläum, etwa 10 oder 25 Jahre im Betrieb, helfen die Ideen unter Geschenk zum Dienstjubiläum.

Häufige Fragen

Was schenkt ein Chef einem Mitarbeiter zum Abschied?

Etwas Persönliches im Rahmen von 30 bis 80 Euro: ein Buch mit Widmung, ein gerahmtes Erinnerungsstück aus einem gemeinsamen Projekt, ein Schreibgerät mit Gravur. Dazu immer ein handgeschriebener Brief.

Wie viel gibt ein Chef für ein Abschiedsgeschenk aus?

30 bis 80 Euro bei Jobwechsel oder Elternzeit, bis 150 Euro beim Ruhestand nach langer Betriebszugehörigkeit. Alles darüber gehört ins Teamgeschenk.

Sind Abschiedsgeschenke für Mitarbeiter steuerfrei?

Sachgeschenke aus persönlichem Anlass bleiben bis zu einer Grenze von derzeit 60 Euro brutto steuerfrei. Ob ein Abschied als persönlicher Anlass gilt, wird unterschiedlich gehandhabt, im Zweifel die Buchhaltung fragen.

Was schenkt man einer Mitarbeiterin, die in Elternzeit geht?

Etwas für das Kind, das auch in einem Jahr noch passt, plus eine Karte mit dem Hinweis, dass ihr Platz bleibt. Keine Geschenke, die an die Arbeit erinnern.

Darf das Geschenk vom Chef lustig sein?

Als Beigabe ja, wenn Humor im Alltag üblich war. Als Hauptgeschenk vom Vorgesetzten nicht.

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